Was hat es eigentlich mit dem Berichte schreiben auf sich?

Wie bei eigentlich jedem Ausbildungsberuf, musst du natürlich auch als Waskönig+Walter Azubi regelmäßig Berichte über die vermittelten Ausbildungsinhalte schreiben.

Selbstverständlich ist das nicht gerade die beliebteste Aufgabe, aber es ist von der IHK vorgeschrieben. Und ohne ordentlich geführtes Berichtsheft, wird selbst der beste Azubi nicht zur Abschlussprüfung zugelassen!

Auch dienen die Berichte dazu, den Prüfern nachzuweisen, dass ihr alle verlangten Ausbildungsinhalte auch wirklich vermittelt bekommen habt. 

Wichtigster Tipp: Damit du beim Berichte schreiben nicht stundenlang am Schreibtisch hockst und keine Idee hast, was du schreiben kannst, solltest du dich einmal die Woche hinsetzten und regelmäßig dein Berichtsheft vervollständigen. Das verteilt nicht nur den Aufwand, auch das Schreiben fällt viel leichter, wenn die Inhalte noch frisch im Gedächtnis sind. 

Je nach Ausbildungsberuf werden Wochen- oder Tagesberichte geschrieben.

Formulierungsbeispiele für einen Bericht eines Industriekaufmanns, der gerade die Personalabteilung durchläuft, könnten wie folgt aussehen:

„Einpflegen der Bewerbungen in das System, sowie Erstellen der Eingangsbestätigungen, Zu- oder Absagen, Einladungen zur Vorstellung oder ähnlichen Schreiben. Vorbereitungen für die betriebsärztlichen Untersuchungen durchführen, indem auf einem Formular die Daten des Mitarbeiters, sowie die Art der durchzuführenden Untersuchung ausgefüllt werden. Schule: Bearbeitung von Grafiken zu den betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren. Ermittlung der optimalen Bestellmenge tabellarisch und rechnerisch. Klausur in LF 8 und Englisch.“ 

Für die gewerblichen Auszubildenden gibt es auch einiges zu beachten.

So ist es wichtig, dass euer Text sauber und leserlich per Hand geschrieben ist. Hierbei solltet Ihr einen einheitlichen Stift verwenden. (Ein Bleistift ist nicht erlaubt, da es sich um ein offizielles Dokument für eure Ausbildung handelt.)

In eure Berichte werden vor allem Tätigkeiten, Lehrgespräche sowie Themen aus dem Berufsschulunterricht eingetragen.

Da in eurer Prüfung in der Regel betriebsfremde Prüfer sitzen, ist es sinnvoll, wenn auch diese den Bericht verstehen und lesen können.

Hier ein paar Beispiele, wie Ihr einige Themen vielleicht am Besten formulieren könntet:

Wenn Ihr einen Berufsschultag hattet, tragt in euer Heft nicht einfach „Berufsschule“ ein, sondern z. B. 
  • Mathe: Berechnungen von Winkeln und Längen
  • Fachtheorie: Projektarbeit mit elektro-pneumatischer Presse.

Wenn euch etwas erklärt wurde, schreibt nicht einfach „Ader erklärt bekommen“,

sondern z. B. 
  • Unterweisung in der Abteilung Ader

Falls ihr Ware kennzeichnen musstet, schreibt nicht „Etiketten aufgeklebt“,

sondern z. B.
  • Einlagerungsbeleg angebracht / Etikett mit Artikelbezeichnung angebracht
Auch sind Skizzen und Zeichnung häufig ein Bestandteil eurer Berichte. Dafür ist es wichtig, dass:
  • die Skizzen bzw. Zeichnungen sauber erstellt
  • ein Lineal oder auch eine Schablone benutzt wird

  • die Beschriftungen nicht mit Bleistift gemacht sind.

Wenn ihr all das beachtet, wird das Schreiben des Berichtshefts zwar sicher nicht euer neues Lieblingshobby, aber ihr werdet auf jeden Fall keine Probleme bei der Zulassung zur Abschlussprüfung haben.